Mittwoch, 11. April 2018

Ein Leseabend in Leipzig



Jetzt wo die Tage wieder länger und die Abende wärmer werden, zieht es auch Couchpotatoes wie mich wieder etwas mehr unter Menschen. Also haben der Seemann und ich gestern spontan entschlossen an Leipzigs kulturellem Leben teilzunehmen. Wir waren in der Schaubühne Lindenfels beim politischen Quartett, wo wir nun regelmäßig hingehen wollen. Solche Veranstaltungen sind nicht nur eine nette Abwechslung zum Alltag, sondern für Büchermenschen wie mich auch einfach spannend. Der Eintritt ist frei und die Getränke gibt es zu fairen Preisen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung statt, weshalb man für die Abrechnung darum gebeten wird sich in Teilnahmelisten einzutragen.


v.l.n.
Jan Emendörfer, Chefredakteur der LVZ, Prof. Dr. Andrea Kern, Uni Leipzig, Claudia Euen, freie Journalistin, Dirk Panter, Mitglied des Sächsischen Landtages

Da sitzen also diese vier Menschen aus den Bereichen Medien, Politik und Wissenschaft zusammen und diskutieren Bücher, die sie alle innerhalb eines bestimmten Zeitraums gelesen haben. In diesem Fall geht es speziell um politische Bücher und die Ansichten zu den jeweiligen Büchern waren teilweise so unterschiedlich, dass die Diskussion zeitweise sehr laut und leidenschaftlich wurde.

Besonders beim ersten Buch „What works“ von Iris Bohnet ging heiß her. Die Meinungen zu "Das Zeitalter des Zorns“ von Pankaj Mishra gingen auch auseinander, machten mich aber doch neugierig und ich überlege gerade, ob ich es mir evtl. kaufe. Mark Siemons „Die chinesische Verunsicherung“ schnitt insgesamt nicht gut ab und "Leere Herzen" von Juli Zeh, war nicht nur der einzige Roman, sondern auch der Favorit des Abends. Da ich Dystopien sehr gern mag, wird dieses Buch recht sicher den Einzug in unser Bücherregal finden. Habt ihr auch schon eins der Bücher gelesen oder es vor? Ich weiß, Sachbücher sind oft zäh und nicht unbedingt Jedermans Geschmack, aber vielleicht ist ja dennoch etwas für euch dabei :)



Donnerstag, 5. April 2018

Postcards from Vienna


So viel ich bisher auch durch Europa gereist bin, nach Wien habe ich es in all den Jahren nicht geschafft. Entsprechend groß war meine Freude, als der Seemann mir zum Geburtstag eine Auszeit in der Hauptstadt Österreichs geschenkt hat, die seit unserem Umzug nach Leipzig nur noch knappe 6 Autostunden entfernt ist.
Da ich an meinem Geburtstag selbst noch zu krank war - ja, die fiese Grippewelle ist auch über mich hinweg gerollt - haben wir die Reise einfach ein Wochenende später gemacht. Leider war das Wetter mit Regen und Schnee nicht ganz auf unserer Seite, aber wir haben das beste aus unserem kleinen Ausflug gemacht.

Wir erkunden unsere Reiseziele immer gern zu Fuß, mussten allerdings diesmal (aufgrund des Wetters und meiner schlechten Schuhwahl) oft auf U-Bahn und Tram zurückgreifen. Dafür haben wir uns gleich zu Beginn für die 48 Std. Fahrscheine der Wiener Linien entschieden. Damit konnten wir dann ganz entspannt einen tollen und günstigen Wien-Tipp befolgen: Sightseeing mit den Ringbahnlinien 1 und 2! Die Linien fahren ein Mal um den historischen Stadtkern und man sieht ständig schöne alte Gebäude bzw. Plätze wie das Parlament, die Börse und die Uni. Ihr könnt z.B. an der Oper in die Tram 2 (Richtung Friedrich-Engels-Platz) steigen und wechselt dann am Schwedenplatz in die Tram 1 (Richtung Stefan-Fadinger-Platz) und fahrt den Kreis zu Ende in Richtung Oper.
Am Schwedenplatz könnt ihr übrigens in den Twin City Liner hüpfen und einen Bootsausflug über die Donau nach Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, machen. Find ich super. Wäre das was für euch?
    
Für die City selbst kann ich nur empfehlen sich treiben zu lassen, in der Altstadt geht das zumindest sehr gut. Alles ist schön, die Cafés sind gemütlich, die Menschen sind freundlich/höflich und der Wiener Dialekt macht die ganze Sache rund. Wir sind einfach von Wow zu Wow geschlendert und haben immer ganz gespannt darauf gewartet, was am Ende der nächsten Gasse auf uns wartet. Die Hofburg inkl. Sissi-Feeling solltet ihr euch selbstverständlich nicht entgehen lassen.
Außerdem finde ich, dass sich ein Besuch in einem der vielen Museen lohnt. Schaut einfach mal, ob ihr im Museumsquartier etwas passendes findet und erzählt mir, wie es euch gefallen hat. Wir haben mal etwas gewagt und waren im mumok, dem größten Museum für moderne Kunst im zentraleuropäischen Bereich, aber ich konnte dem Ganzen leider nur wenig abgewinnen. Ich werde beim nächsten Mal wohl eher auf das Kunsthistorische Museum oder das Leopold Museum setzen, da diese beiden Museen doch eher meinen Interessen entsprechen.


Allen, die botanische Gärten, Jugendstil und Schmetterlinge mögen, möchte ich das Schmetterlingshaus ans Herz legen! Die kleinen Flattertierchen kommen einem dort ganz nah und es ist total faszinierend ihnen beim Bananenaschen zuzuschauen.


Sehr, sehr gut gegessen haben wir im Gasthaus Wickerl in der Porzellangasse. Das Restaurant liegt genau an der Haltestelle Bauernfeldplatz (Tram 1) und serviert richtig leckere österreichische Gerichte. Tolles veganes und vegetarisches Essen inkl. leckerer Limo, haben wir im Harvest (Haltestelle Karmeliterplatz Tram 2) in der Leopoldstadt bekommen. Außerdem ist es dort sehr gemütlich und es läuft gute Musik.
Selbstverständlich waren wir auch auf dem Naschmarkt, welcher ganz anders als ich dachte. Restaurants reihen sich aneinander und es gibt an diversen Ständen teure Leckereien zu kaufen. Wir waren zwei Mal dort und es hat beide Male geregnet. Entsprechend voll waren die Restaurants und einen Platz zu finden war gar nicht so leicht. Hat sich aber gelohnt, denn wir haben dort im Indian Pavillon und bei OrientOccident gegessen und fanden beides sehr gut.


Für die Anreise mit dem Auto solltet ihr auf einen der vielen Park & Ride Parkplätze setzen! Hier kann das Auto für wenig Geld mehrere Tage sicher stehen bleiben und ihr spart euch nicht nur den städtischen Verkehrsstress, sondern auch hohe Parkgebühren. Wir haben uns für das P&R Donaustadtbrücke entschieden und waren überrascht, als wir vor einem modernen Parkhaus mit direktem U-Bahn Zugang standen und mit der U2 bis vor's Hotel am Karlsplatz fahren konnten.

Ihr seht, Wien hat uns richtig gut gefallen. Nicht nur wegen der schönen Architektur und des guten Essens, sondern auch wegen der netten Atmosphäre und der Sprache :) entsprechend gern möchte ich nochmal zurück. Am liebsten natürlich im Sommer um dann bei Sonnenschein mein Eis im Park zu essen und zu sehen, wie die Stadt lebt. Falls ihr Tipps habt, könnt ihr mir die wieder gern schicken.

Dienstag, 23. Januar 2018

Something old & something new


Tja, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist, musste sich bei mir erstmal setzen.

2017 war ein spannendes Jahr und hat einige Nerven gekostet, allerdings auch viele Lacher und Glückstränchen gebracht. 
Wir haben einige unglaublich schöne (spontane) Reisen hinter uns und sind umgezogen. Neue Arbeit, neues Studium und ein neues Leben haben uns in Leipzig in Empfang genommen. Ich in Sachsen, wer hätte das gedacht.
Wir sind angekommen in einem neuen Zuhause und sind verliebt in diese Stadt, die immer noch so spannend ist, wie jeden Tag Urlaub.
Wir sind nur noch 500 km entfernt von seiner tatsächlichen und meiner gewählten Heimat. Das Wellenrauschen ist nun viel öfter abrufbar, was die Seele etwas beruhigt. 
Ich vermisse Saarbrücken nicht so sehr, aber dafür ein paar der tollen Menschen, die ich dort kennengelernt habe. Ihr verrückten Saarländer seid wirklich ein besonderes kleines Völkchen und ich bin froh euch kennengelernt zu haben!
Mir fehlt die Nähe zu Frankreich und zu seinen unglaublich guten Baguettes. Zu wissen, dass nicht nur Paris und Lyon, sondern letztendlich auch die Provence gar nicht so weit entfernt sind, war doch ein ganz schönes Gefühl. Und dann ist da auch noch Luxembourg, das kleine Stückchen Welt mit der Fähigkeit jedem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Wir haben wundervolle Geburtstage gefeiert und dabei nicht nur vor Freude Sturzbäche geheult, sondern auch Freunde vor einem mitternächtlichen Kältetod im Meer bewahrt. Wir haben Konzerte besucht, wild getanzt und gesungen, überraschende Hochzeiten gefeiert, Weihnachten unter Palmen gelegen und unsere gemeinsame Zukunft auf ein neues Level gehoben!

2018 ist noch keinen Monat alt und hat schon einiges geleistet. 
Beim Gedanken an das, was dieses Jahr noch mit sich bringt, verkrampfen meine Wangen ein wenig vor lauter Grinsen und ich kann es kaum erwarten. 
Ich freue mich darauf viele wirklich gute Menschen wieder zu sehen und mit ihnen zu lachen und zu singen. Auf die geplanten und spontanen Reisen des Jahres und auf meine neue Arbeit. Ich freue mich auf den ersten Frühling und Sommer im neuen Zuhause und darauf neue Freundschaften zu schließen.
Vor allem bin ich glücklich darüber, dass bei alldem dieser unglaubliche Seemann an meiner Seite ist ♥ 


Happy New Year!


Samstag, 16. Dezember 2017

η Ακρόπολη της Αθήνας



Um die Frage direkt zu beantworten: JA!
Die Akropolis ist genau so beeindruckend, wie ihr denkt und vielleicht sogar noch mehr.
Ich muss zumindest gestehen, dass ich diesen kleinen Berg mitten in Athen offensichtlich vollkommen unterschätzt habe.
Seine Omnipräsenz und die magische Wirkung die er auf mich hatte, hab ich so nicht erwartet. Ja ich weiß, das klingt ein bisschen nach esoterischer Ökemöke, aber so war es nunmal. Ich konnte nur noch entspannt vor mich hin grinsen.

   

Wer an Athen denkt, hat wahrscheinlich immer direkt die Akropolis (oder eher das Parthenon, was die meisten Menschen für die Akropolis halten) im Sinn. Tatsächlich ist es aber der ganze Berg, die ehemalige Stadtfestung aus der Antike. Auf dem Berg befinden sich verschiedene Bauten, wie eben das Parthenon, das Erechtheion oder der Nike Tempel. Alles wirkt auf den ersten Blick ein bisschen durcheinander, überall liegen riesige Marmorblöcke rum und man fragt sich, wann hier zuletzt aufgeräumt wurde. Tatsächlich steckt hinter diesem 'Chaos' allerdings eine penible Ordnung, denn die antiken Gebäude werden permanent in Schuss gesetzt bzw. gehalten. So habe ich das zumindest mal gelesen.

  

Man kann sich viele Stunden dort oben aufhalten, allein der unglaubliche Rundumblick über Athen kann einen ewig lang in den Bann ziehen. 
Obwohl wir mit Ende November außerhalb der Hauptsaison da waren, war recht viel los. Mitten im Sommer stelle ich mir das Ganze, aufgrund der Hitze und der Menschenmassen, etwas anstrengend vor und setze daher weiterhin auf die Nebensaison. 


Eine Athenerin hat mir vor unserer Reise den Tipp gegeben rutschfeste Schuhe zu tragen, da der Marmor recht 'slippery' sein kann, besonders wenn es feucht ist. Und ja tatsächlich, da oben auf dem Berg befindet sich verdammt viel Marmor und der ist wirklich sehr schlüpfrig ;) also seid ein wenig vorsichtig.

Der Eintritt kostet 10€ und beinhaltet auch die ganzen Wege südlich und nördlich vom Berg (die sich wirklich sehr für entspannte Spaziergänge eignen). Studierende aus EU Ländern zahlen ganze 0€ und können sich alles kostenlos anschauen. Das ist der Hammer, oder?

  

Nun, wie ihr euch denken könnt, bin ich wirklich begeistert und einfach wahnsinnig glücklich dort gewesen zu sein. Beeindruckend, was vor tausenden Jahren möglich war und was dort oben alles geschehen ist. Allein der Gedanke daran, was die Akropolis schon erlebt hat, wie viele schöne und schreckliche Augenblicke dieser Berg hinter sich hat und was wohl noch vor ihm liegt...

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Links mit Eindrücken, Fotos und Tipps für Athen/die Akropolis in den Kommentaren hinterlasst :) bin neugierig!




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