Dienstag, 17. Juli 2018

Roadtrip 2018 - Bavaria & Austria


unbezahlte Werbung - wegen Ortsnennungen und Verlinkungen.

Das war doch eigentlich alles ganz anders geplant. 
Wir wollten in diesem Jahr wieder einen großen Roadtrip machen - von Leipzig über Bordeaux nach Portugal und Andalusien. Und plötzlich reden wir von Kroatien? 
Nun. In einem relativ kurzen Zeitraum fast 7000km fahren, das überstieg dann auch unsere Liebe für Roadtrips ein wenig, also musste eine Alternative her.
Triest in Italien, da wollten wir auch schon länger mal hin, also haben wir uns das näher angeschaut und auf der Karte diesen kleinen kroatischen Zipfel kurz darunter entdeckt: Istrien. Das Internet und der Reiseführer sagen, dass es dort schön ist und vor allem, dass es dort großartiges Olivenöl gibt. Das Klima scheint genau nach unserem Geschmack zu sein und vor allen Dingen kann man in einem angeblich kristallklaren Meer baden. Überzeugt! Der Plan steht – das Ziel ist Istrien und unterwegs warten einige Stopps in Italien und Slowenien auf uns.
Unseren ersten Halt haben wir allerdings am bayrischen Alpenrand gemacht. Von der Entfernung her war es noch nicht nötig, aber um in den Urlaubsmodus zu kommen und abzuschalten schon. Die Wochen zuvor waren einfach zu stressig um es jetzt nicht einfach etwas langsamer angehen zu lassen. Wir haben uns bei Airbnb ein Zimmer auf einem einsamen Bauernhof in den Bergen gebucht und waren beigeistert. Alles war so, wie man es sich vorstellt. Bayrisch sprechende freundliche Bayern, grüne Wiesen, blauer Himmel, Schäfchen und ein traumhaftes Alpenpanorama. Die Gegend um Irschenberg, einem kleinen Ort mit etwas über 3000 Einwohnern, war so friedlich und schön…genau das haben wir gesucht.


Sehr lecker gegessen haben wir dort übrigens im Gasthaus Loiderdinger - ein Tipp unserer Gastgeberin. Die Portionen sind groß, es schmeckt lecker und preislich passt es auch total. Die vegetarische Auswahl war jedoch recht klein, genau ein fleischloses Gericht auf der Karte: Käsespätzle. Immerhin richtig lecker! Sehr gut gefrühstückt haben wir in der Kaffeerösterei Dinzler. Wir saßen bei strahlendem Sonnenschein draußen, hatten einen tollen Blick auf die Alpen und haben es uns schmecken lassen. Das Angebot ist recht groß (auch ausreichend veganes und vegetarisches) und man kann das jeweilige Frühstück um einzelne Komponenten erweitern. Ein klein wenig teurer, aber dafür echt gut, weil das meiste frisch zubereitet wird.

   

Für die Durchfahrt durch Österreich haben wir auf die Autobahn A10 verzichtet und uns für die schöne Panoramastraße Felbertauern (108) entschieden. Vorbei am Großglockner, durch Kitzbühel, Mittersill und Lienz. Auf der Serpentinenstraße über Mittersill gibt es einen Parklplatz mit einem großartigen Ausblick auf den Ort und vor allem auf die Berge. Ich hätte ewig dort sitzen können.

 

Auf der Strecke fallen 11€ Maut für den Felbertauerntunnel an. Dafür ist kein Pickerl/Vignette nötig, sondern es wird direkt vor Ort beim Mautner bezahlt. Perfekt.
Ich finde Alpenstraßen ja manchmal etwas anstrengend mit ihren vielen Kurven und Steigungen und dem ständigen hoch und runter schalten. Deshalb war ich besonders froh, als wir am Rastplatz Elisabethsee eine kleine Pause gemacht haben. Von Deutschland aus kommt er kurz vor dem Felbertauerntunnel. Ihr könnt dort in Ruhe eure belegten Brote essen, kostenlos frisches Quellwasser trinken und Flaschen auffüllen, auf Toilette gehen und durch die wunderschöne Natur wandern und das klare Wasser des Sees bestaunen. Solltet ihr Angst vor Kühen haben ist Vorsicht geboten ;) die können hier nämlich schonmal auf der Wiese im Weg stehen.
Im nächsten Blogpost erzähle ich euch dann vom italienischen Abschnitt der Fahrt und Triest, wo wir es uns anschließend für ein paar Tage haben gut gehen lassen.
Bis dahin ♥

Montag, 4. Juni 2018

Postcards from Warsaw




In Warschau, der Hauptstadt von Polen, war ich zuletzt, als ich so ca. 10 Jahre alt war.
Es wurde also Zeit mal wieder hinzufahren und zu schauen, was sich innerhalb der letzten ca. 20 Jahre getan hat. Außerdem brauchte ich ganz nebenbei noch eine Geburtsurkunde ;) wie praktisch.
So packten der Seemann und ich unseren Koffer, um vier Tage lang die große Stadt an der Weichsel zu erkunden.

Warschau wurde am Ende des zweiten Weltkrieges fast vollständig von den Deutschen zerstört, was man sich heute kaum vorstellen kann. Die komplett weggebombte Altstadt wurde originalgetreu wieder aufgebaut und ist seit 1980 UNESCO Weltkulturerbe. Nehmt euch die Zeit und verliert euch in den bunten Gassen und auf den schönen Plätzen der Altstadt. Egal ob am Tag oder an einem lauen Sommerabend an dem ihr euch von den vielen Lichtern der Stadt verzaubern lassen könnt.


Wer von euch gern Städte per Rad erkundet, kann das hier auch sehr gut machen. Warschau hat eines der größten Fahrradverleihsysteme Europas - Veturilo (Nextbike) - mit dem ihr euch überall gut bewegen könnt, besonders an den Ufern der Weichsel macht das Spaß. Plant dabei ruhig etwas Zeit im Stadtteil Praga ein, trinkt ein leckeres Bier und lasst euch dazu richtig gute polnische Schmalzbrote bei W Oparach Absurdu schmecken.


Noch mehr leckeres Essen findet ihr besonders im der Gegend um die Straße Nowy Świat und Chmielna herum, aber auch sonst locken überall kleine hübsche Bistros und Restaurants.
Schaut doch mal bei Ciao Napoli vorbei und genießt eine leckere Pizza und den Blick auf fröhliche Touristen in der Altstadt. Danach könnt ihr entspannt am Barbakan entlang spazieren. Auch sehr schön ist es bei Aioli, wo man einen kleinen Blick auf Warschaus coole Hipster werfen kann.


Plant unbedingt einen Besuch im Kulturpalast ein und fahrt dort auf die Aussichtsplattform im 30. Stockwerk. Die Fahrt nach oben kostet lediglich 20 PLN. Warschau erlebt man von dort nochmal ganz anders und das Gebäude selbst ist, wie ich finde, einfach total faszinierend! Mir ist vollkommen unverständlich, wieso in Polen bis heute darüber diskutiert wird, ob man das Gebäude nicht doch besser abreißen sollte. Was meint ihr?


Solltet ihr an einem Sommersonntag in der Stadt sein, schaut euch eines der Klavierkonzerte am Chopin Denkmal im schönen Łazienki-Park an! Nehmt euch eine Decke mit, auf der ihr es euch beim kostenlosen Klassik Open Air gemütlich machen könnt und genießt die Auszeit.


Von Leipzig nach Warschau haben wir die Strecke über Frankfurt/Oder gewählt, denn dank langem Wochenende war zu erwarten, dass der Weg über Görlitz noch viel voller sein würde.
Für die Maut haben wir ca. 20€ bezahlt. Das Mautsystem ist dem französischen sehr ähnlich (zum Glück, ich finde diese blöden Vignetten nämlich furchtbar) und es klappt auch hier alles problemlos mit einer Kreditkarte.

Wir haben im Ibis Warszawa Reduta geschlafen und waren sehr zufrieden. Die Bushaltestelle ist direkt vor der Tür und man kommt damit super schnell 500m weiter zur Tramhaltestelle, falls man den Weg nicht zu Fuß gehen möchte. Außerdem gibt es in der Seitenstraße neben dem Hotel auch ausreichend kostenlose Parkmöglichkeiten.
Ich empfehle euch für euren Aufenthalt in Warschau eine Mehrtageskarte für den Nahverkehr. Das erleichtert alles! Ihr bekommt das 72 Stunden Ticket (ab Entwertung) schon für 36 PLN - ca. 9€.

Vielleicht könnt ihr mir ja auch noch ein paar Tipps für Warschau geben und mir verraten, was ich beim nächsten Besuch auf keinen Fall verpassen sollte?! Ich würde mich sehr freuen, denn ich hab mich in Polens größter Stadt sehr wohl gefühlt und werde sie sicher nochmal besuchen :)

Mittwoch, 11. April 2018

Ein Leseabend in Leipzig



Jetzt wo die Tage wieder länger und die Abende wärmer werden, zieht es auch Couchpotatoes wie mich wieder etwas mehr unter Menschen. Also haben der Seemann und ich gestern spontan entschlossen an Leipzigs kulturellem Leben teilzunehmen. Wir waren in der Schaubühne Lindenfels beim politischen Quartett, wo wir nun regelmäßig hingehen wollen. Solche Veranstaltungen sind nicht nur eine nette Abwechslung zum Alltag, sondern für Büchermenschen wie mich auch einfach spannend. Der Eintritt ist frei und die Getränke gibt es zu fairen Preisen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung statt, weshalb man für die Abrechnung darum gebeten wird sich in Teilnahmelisten einzutragen.


v.l.n.
Jan Emendörfer, Chefredakteur der LVZ, Prof. Dr. Andrea Kern, Uni Leipzig, Claudia Euen, freie Journalistin, Dirk Panter, Mitglied des Sächsischen Landtages

Da sitzen also diese vier Menschen aus den Bereichen Medien, Politik und Wissenschaft zusammen und diskutieren Bücher, die sie alle innerhalb eines bestimmten Zeitraums gelesen haben. In diesem Fall geht es speziell um politische Bücher und die Ansichten zu den jeweiligen Büchern waren teilweise so unterschiedlich, dass die Diskussion zeitweise sehr laut und leidenschaftlich wurde.

Besonders beim ersten Buch „What works“ von Iris Bohnet ging heiß her. Die Meinungen zu "Das Zeitalter des Zorns“ von Pankaj Mishra gingen auch auseinander, machten mich aber doch neugierig und ich überlege gerade, ob ich es mir evtl. kaufe. Mark Siemons „Die chinesische Verunsicherung“ schnitt insgesamt nicht gut ab und "Leere Herzen" von Juli Zeh, war nicht nur der einzige Roman, sondern auch der Favorit des Abends. Da ich Dystopien sehr gern mag, wird dieses Buch recht sicher den Einzug in unser Bücherregal finden. Habt ihr auch schon eins der Bücher gelesen oder es vor? Ich weiß, Sachbücher sind oft zäh und nicht unbedingt Jedermans Geschmack, aber vielleicht ist ja dennoch etwas für euch dabei :)



Donnerstag, 5. April 2018

Postcards from Vienna


So viel ich bisher auch durch Europa gereist bin, nach Wien habe ich es in all den Jahren nicht geschafft. Entsprechend groß war meine Freude, als der Seemann mir zum Geburtstag eine Auszeit in der Hauptstadt Österreichs geschenkt hat, die seit unserem Umzug nach Leipzig nur noch knappe 6 Autostunden entfernt ist.
Da ich an meinem Geburtstag selbst noch zu krank war - ja, die fiese Grippewelle ist auch über mich hinweg gerollt - haben wir die Reise einfach ein Wochenende später gemacht. Leider war das Wetter mit Regen und Schnee nicht ganz auf unserer Seite, aber wir haben das beste aus unserem kleinen Ausflug gemacht.

Wir erkunden unsere Reiseziele immer gern zu Fuß, mussten allerdings diesmal (aufgrund des Wetters und meiner schlechten Schuhwahl) oft auf U-Bahn und Tram zurückgreifen. Dafür haben wir uns gleich zu Beginn für die 48 Std. Fahrscheine der Wiener Linien entschieden. Damit konnten wir dann ganz entspannt einen tollen und günstigen Wien-Tipp befolgen: Sightseeing mit den Ringbahnlinien 1 und 2! Die Linien fahren ein Mal um den historischen Stadtkern und man sieht ständig schöne alte Gebäude bzw. Plätze wie das Parlament, die Börse und die Uni. Ihr könnt z.B. an der Oper in die Tram 2 (Richtung Friedrich-Engels-Platz) steigen und wechselt dann am Schwedenplatz in die Tram 1 (Richtung Stefan-Fadinger-Platz) und fahrt den Kreis zu Ende in Richtung Oper.
Am Schwedenplatz könnt ihr übrigens in den Twin City Liner hüpfen und einen Bootsausflug über die Donau nach Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, machen. Find ich super. Wäre das was für euch?
    
Für die City selbst kann ich nur empfehlen sich treiben zu lassen, in der Altstadt geht das zumindest sehr gut. Alles ist schön, die Cafés sind gemütlich, die Menschen sind freundlich/höflich und der Wiener Dialekt macht die ganze Sache rund. Wir sind einfach von Wow zu Wow geschlendert und haben immer ganz gespannt darauf gewartet, was am Ende der nächsten Gasse auf uns wartet. Die Hofburg inkl. Sissi-Feeling solltet ihr euch selbstverständlich nicht entgehen lassen.
Außerdem finde ich, dass sich ein Besuch in einem der vielen Museen lohnt. Schaut einfach mal, ob ihr im Museumsquartier etwas passendes findet und erzählt mir, wie es euch gefallen hat. Wir haben mal etwas gewagt und waren im mumok, dem größten Museum für moderne Kunst im zentraleuropäischen Bereich, aber ich konnte dem Ganzen leider nur wenig abgewinnen. Ich werde beim nächsten Mal wohl eher auf das Kunsthistorische Museum oder das Leopold Museum setzen, da diese beiden Museen doch eher meinen Interessen entsprechen.


Allen, die botanische Gärten, Jugendstil und Schmetterlinge mögen, möchte ich das Schmetterlingshaus ans Herz legen! Die kleinen Flattertierchen kommen einem dort ganz nah und es ist total faszinierend ihnen beim Bananenaschen zuzuschauen.


Sehr, sehr gut gegessen haben wir im Gasthaus Wickerl in der Porzellangasse. Das Restaurant liegt genau an der Haltestelle Bauernfeldplatz (Tram 1) und serviert richtig leckere österreichische Gerichte. Tolles veganes und vegetarisches Essen inkl. leckerer Limo, haben wir im Harvest (Haltestelle Karmeliterplatz Tram 2) in der Leopoldstadt bekommen. Außerdem ist es dort sehr gemütlich und es läuft gute Musik.
Selbstverständlich waren wir auch auf dem Naschmarkt, welcher ganz anders als ich dachte. Restaurants reihen sich aneinander und es gibt an diversen Ständen teure Leckereien zu kaufen. Wir waren zwei Mal dort und es hat beide Male geregnet. Entsprechend voll waren die Restaurants und einen Platz zu finden war gar nicht so leicht. Hat sich aber gelohnt, denn wir haben dort im Indian Pavillon und bei OrientOccident gegessen und fanden beides sehr gut.


Für die Anreise mit dem Auto solltet ihr auf einen der vielen Park & Ride Parkplätze setzen! Hier kann das Auto für wenig Geld mehrere Tage sicher stehen bleiben und ihr spart euch nicht nur den städtischen Verkehrsstress, sondern auch hohe Parkgebühren. Wir haben uns für das P&R Donaustadtbrücke entschieden und waren überrascht, als wir vor einem modernen Parkhaus mit direktem U-Bahn Zugang standen und mit der U2 bis vor's Hotel am Karlsplatz fahren konnten.

Ihr seht, Wien hat uns richtig gut gefallen. Nicht nur wegen der schönen Architektur und des guten Essens, sondern auch wegen der netten Atmosphäre und der Sprache :) entsprechend gern möchte ich nochmal zurück. Am liebsten natürlich im Sommer um dann bei Sonnenschein mein Eis im Park zu essen und zu sehen, wie die Stadt lebt. Falls ihr Tipps habt, könnt ihr mir die wieder gern schicken.

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